Boenos tardes,

Gruesse aus Antigua (Erbe der Menschheit), der alten Hauptstadt ganz Mittelamerikas.

Vulkan Santa Maria (3777m, 1400 m Hoehenunterschied):
Am 19. Juli fuhren wir mit unserem Guide Julius um 4.30 Uhr zum Fusse des Vulkans Santa Maria, der direkt vor den Toren von Quetzaltenangos thront.
Um 5 Uhr, in voelliger Dunkelheit, begann der Aufstieg. Nach maessigem Anstieg erreichten wir nach 1 1/4 Stunden den Einstieg zum eigentlichen Vulkankegel.
Ab hier fuehrt der teilweise recht rutschige Weg steil bergauf, der kein Ende zu nehmen scheint und Kondition beansprucht.
Kurz oberhalb der Baumgrenze belohnte uns der Gipfel mit einem sagenhaften Rundblick auf das Hochland von Guatemala, die Pazifikkueste und die Vulkankette.
Der kleine boese Bruder, der Santiago, klebt am Westhang und ist einer der aktivsten Vulkane weltweit.
Vom Gipfel des Santa Maria kann man wunderbar die regelmaessigen Gasausbrueche beobachten, die von einem tiefen Brummeln und Pfeiffen begleitet werden. Waehrend unseres Aufenthaltes senkte sich ein Teil des Vulkans ab und auf der von uns abgewandten Seite bildete sich eine zweite Oeffnung aus der weiteres Gas entwich.
Der Abstieg durch eine bluetenreiche Vegetation dauerte 2 1/2 Stunden und wir erreichten muede aber gluecklich wieder den Ausgangspunkt.

Die naechste Station, einer der am schoensten gelegenen Seen der Welt, der Atitlansee.
Der See befindet in 1560 m Hoehe und wird von einem Bergpanorama und drei Vulkanen umgeben.
Der bekannteste Ort am See ist Panajachel, Susans "Paradies" indigener Handarbeiten.
Ein Boot brachte uns am naechsten Morgen nach San Marcos, wo wir eine Huette inmitten einer Kaffeeplantage mieteten, um etwas zu relaxen. Von San Marcos aus wanderten wir am naechsten Tag nach San Pedro. Der Weg fuehrte durch kleinere Doerfer, entlang des Seeufers, durch Mais-, Bohnen- und Zwiebelfelder. Ein schoener Spaziergang.

Als naechstes Ziel waehlten wir Antigua und den aktiven Vulkan Pacaya.
Antigua wurde bereits im 16. Jahrhundert von den Spanieren erbaut und entwicklete sich schnell zum religioesen und politischen Zentrum Mittelamerikas. Fast jeder bekannte Orden errichtete hier frueher oder spaeter eine eigene Kirche, die aber alle bei einem grossen Erdbeben 1773 einstuerzten (heute teilweise renoviert, teilweise noch in Truemmern).
Antigua wurde damals als Hauptstadt aufgegeben und stattdessen Guatemala Stadt neu gegruendet. Daher ist Antigua eine idyllische kleine Stadt inmitten rauher guatemaltekischer Wirklichkeit geblieben.
Schoene Restaurants und Cafes in kolonialem Stil laden zum Verweilen ein und wir fuehlen und hier so richtig wohl.
Das Sonderangebot der hiesigen Reisebueros ist ein 5$-Trip zum aktiven Pacaya, dem wir uns nicht entziehen konnten.
Mit 40 Mann im Bus gings um 13 Uhr an Guatemala Stadt vorbei zum bereits rauchenden Vulkan.
Die teilweise modische Bekleidung unserer Mitreisenden machte uns, angesichts unserer Wanderstiefel, etwas stutzig und wir fragten uns, ob wir mit dieser Truppe tatsaechlich den Gipfel als Ziel ansteuern (bei den Reiseagenturen wird der Trip als Mittagsausflug verkauft).
Nach dem Briefing unseres Guides war dann aber klar, dass es wirklich zum Gipfel gehen soll :-) , den man nach 2 Stunden und 700 Hoehenmetern erreichen kann.
Bis auf das letzte Stueck, der Anstieg auf den Aschekegel, war es fast ein Spaziergang.
Am Kraterrand angekommen erwartete uns ein qualmendes Loch, heisses Gestein mit kristallisiertem Schwefel, Schwefeloxiddaempfe und ein ordentlich rauhes Lueftchen.
Sehr beeindruckend, so direkt am Schlot zu stehen und zu wissen, dass am anderen Ende Lava fliesst. Den Lavafluss konnten wir aufgrund des Rueckenwindes und der Dampf- und Gasbildung direkt an der Kante nicht sehen. Allerdings bescherte uns die Rueckfahrt im Dunkeln vom Bus aus einige Blicke auf die rote Lavaglut.

Morgen wird uns unsere Reise zu einer der bekanntesten Maya-Ruinen mitten im tropischen Regenwald des Peten fuehren: Tikal

Heute Seelen-Baumel-Tag und es wird schon wieder Zeit fuers Abendessen.

Mahlzeit
Susi und Knut
Zum Seitenanfang