Warten auf den Vulkan ... eine weitere Nacht am lavaspuckenden Vulkan Arenal ... wir verschaffen uns Eintritt in die Observatory Lodge, die nur durch ein kleines Tal getrennt den besten Blick auf den Vulkan bietet.
Aber auch beim Dinner gibt der Vulkan seine Lava leider nicht preis ... schaut so aus, als müssten wir irgendwann mal wieder kommen. Vom Mietwagen verabschieden wir uns in Liberia ... da wir etwas spät dran sind, werden wir beim Überholen mit angeblich 97 km/h per Radarkanone angehalten ... wir waren definitiv langsamer, aber egal.
Wir unterschreiben nichts und lassen das Ticket an die Autovermietung schicken. Mal abwarten.

Nicaragua und der Nationalfeiertag


Mit dem Bus geht es weiter entlang der Vulkankette, Zone des Aufeinandertreffens der Karibischen und der Cocosplatte, zur nicaragauanischen Grenze.
Die Ausreise aus Costa Rica klappt problemlos, die Einreise nach Nicaragua ist komplizierter und etwas nervig. Ein Formular muss angeblich bei Privatpersonen gekauft werden ...
der Mensch hinter dem Schalter rückt es dann aber doch heraus. Damit muss man sich einen Stempel bei der Gesundheitsbehörde besorgen und dann wieder zum Schalter gehen und sich anstellen. Naja, und das alles mit sozialistischen Kampf- und Arbeiterliedern lässt DDR-Erinnerungen wach werden. Aber es ist heute Nationalfeiertag.

Die geologisch einzigartige Insel Ometepe ist unser nächstes Ziel.
 

Sie entstand durch zwei Vulkane, die sich aus dem Nicaraguasee erheben und an den Rändern miteinander verbunden sind. Der See ist so groß, dass die ersten Spanier dachten, es handelt sich um ein Süßwassermeer. Die einstündige Überfahrt bei teilweise gutem Wellengang ist grenzwertig (für Susan).
Die Nacht verbringen wir in Moyogalpa und besuchen den Festplatz mit den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag.
An einer Bar stehen Pferde angebunden, wie in einem Western ... auch Pferdekarren sieht man hier überall im Ort.
Am nächsten Morgen geht es mit dem Chickenbus (weil er jedes Huhn am Straßenrand mitnimmt) nach Santo Domingo und wir erkunden bei einem kleinen Rundgang das angrenzende Waldgebiet. Wir treffen Howlermonkeys und Kapuzineraffen, die uns mit Ästen bewerfen ... scheinbar wollen sie ihre Ruhe haben.
Das Motorrad für den nächsten Tag wird klargemacht. Die Inselrüttelrundfahrt um den Vulkan Madeira steht auf dem Plan.

Bei tollstem Sonnenschein sitzen wir auf der Enduro und besuchen die Finca Magdalena.
Zum einen ist die Finca, die im Kollekiv mehrerer Familien Kaffee anbaut und Unterkünfte anbietet sehr interessant und schön gelegen, zum anderen beginnt hier der Aufstieg zum kleineren Vulkan Madeira, der uns anzwinkert. Nach einem Kaffee geht es mit dem Moto weiter ... und der erste unfreiwillige Stopp ereilt uns.
Das Ritzel am Motor springt von der Welle und muss wieder aufgesetzt sowie die Kette straffer gespannt werden.
In einem kleinen Dorf wird uns geholfen und es kann weiter gehen. Bei einer Familie betrachten wir Pytroglyphen
(Steinzeichnungen, präkolumbianisch, manche bis zu 3000 Jahre alt) mitten in ihrem Bohnenfeld.

Tolle Blicke auf den Vulkan Conception begleiten uns ... für einen kurzen Augenblick ist er fast wolkenfrei.
Ein perfekter Stratovulkan, der uns trotz seinen nur 1610 Metern Höhe Respekt abverlangt. Vermutlich viel Asche...
Wir entscheiden uns für den Auftsieg des Madeira mit 1390 Metern, dafür mit Regenwald, Matsch aber und hoffentlich vielen Tieren und Pflanzen während des Weges.
Auf dem Rückweg von der Tankstelle beginnt ein tropischer Regen, der uns gewaschen hat ... leider springt das Ritzel wieder vom Moped, so dass wir es bei einer Familie unterstellen und per Anhalter im Regen auf einem Pritschenwagen zum Hotel fahren. Die Einheimischen sehen uns lachend nach ... zwei Gringos unter einem viel zu kleinen Schirm hoppelnd auf der Ladefläche sehen sie wohl nicht allzu oft. Ein toller Tag mit vielen Eindrücken und freundlichen Menschen.

Jetzt geht es zum Abendessen ... um 5:30 Uhr ruft der Berg. Wenn wir wieder heil runterkommen, melden wir uns wieder.

Aufstieg Vulkan Madeira oder Yeti, Disco-Queen und Elvis

Der Wecker klingelt um 5 Uhr, Start ab der Finca Magdalena um 6 Uhr.
Die ersten Schritte fallen schwer. Es geht vorbei an Kaffeepflanzen, Bohnenfeldern und Kakaobäumen.
Gruppen von Howler-Monkeys begleiten uns während des Aufstiegs.
Ab ca. 900 Höhenmetern beginnt der Nebelregenwald ... die Wolken benetzen die Blätter und bei jedem Windhauch
fallen große Tropfen herab.
Der Weg wird extrem matschig von Steinen und Wurzeln durchsetzt. Wir arbeiten uns voran.

Es wird kühler (Knut: endlich) und windiger.
Nach 4 Stunden stetig bergauf ist der Gipfel erreicht. Nebel.
Weitere 20 Minuten bis zum Kratersee, der sog. magischen Lagune und endlich Lunchtime. Die Nebelschwaden geben für einen
kurzen Moment den Blick über den idyllischen See frei. Weiße Orchideen, Bromelien, Farne, Moose und weitere Epiphyten verleihen dem Bergnebelwald seinen Charme.Beim Abstieg kämmpft sich die Sonne durch und wir genießen den Blick auf den Nachbarvulkan Conception und den See.
Wir sind mittlerweile von Kopf bis Fuß komplett eingedreckt.
Auf dem Rückweg treffen wir auf eine interessante Truppe:
Zuerst kommen drei junge Damen, eine davon in Discobekleidung, danach treffen wir Yeti. Er läuft barfuß.
Dann kommt Elvis ... für ihn endet der Weg hier und wir nehmen ihn mit zurück. Mit den Kräften bereits am Ende und dehydriert fällt er noch in unserer Obhut mehrmals in den Schlamm. Eine heise nicaraguanisch-kanadische Truppe! Noch wenige Minuten und ein kühles Bier sowie eine Tasse Kaffee in der Finca runden nach dreieinhalb Stunden Abstieg den Tag ab.

Fazit:
Guter Guide Douglas. Eigentlich wenige Höhenmeter (ca.1200) aber harter glitschiger Trail in der Regenzeit.
Glückliche Füße, die endlich nach 9 Stunden die Boots abstreifen können.
Hat Spaß gemacht. Ein Tag, der es wert war, gelebt worden zu sein.

Granada - die Perle Zetralamerikas

Wir genießen das Stadtleben in dieser gepflegten kolonialen Architektur. Tolle alte Häuser mit großen Holzportalen und schönen Innenhöfen. Auch unser Hotel ist ein geschmackvoll gestalteter Kolonialbau. Bei Nacht ist so mancher Einblick in die beleuchteten privaten Bereiche reizoll.
Zu Fuss und bei einer Kutschfahrt erkunden wir die Stadt.Gutes Essen, nette Drinks. Leider werden die Einheimischen zunehmend aus dem Innenstadtbereich verdrängt. In Richtung Seeufer findet man dann fast eine Parallelgesellschaft der Armen vor.

Ein Autotripp bringt uns ins Umland zu den Pueblos blancos, den Weißen Dörfern und die Märkte mit allerlei Handarbeiten verleiten zum Schoppen (Susan natürlich). Wir machen einen kurzen Abstecher zum Vulkan Masaya, der allerdings, ebenso wie die Laguna Apoyo bei Regen nur begrenzte Sicht und Laune verbreitet. Wir schnüffeln kurz die Schwefelgase. Schwarze Lavasteinfelder sind die Hinterlassenschaft früherer Eruptionen.

Der Flug auf die karibischen Corn Islands ist für morgen früh gebucht ... um 3:35 Uhr klingelt der Wecker.
Aber Granada, wir kommen wieder.


Bis dahin
Susan und Knut

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