5.7.2011 Boracay - Apo Island

Zuletzt meldeten wir uns von der schönen Insel Boracay. Ausläufer eines Taifuns machen einen Strich durch die Rechnung in Bezug auf die Besteigung des Vulkans.

Die Fahrt durch die drittgrößte Insel der Philippinen Panay gestaltete sich wettertechnisch noch recht angenehm (allerdings in einem klimatisiertem Minibus). Doch kaum sitzen wir auf der Fähre nach Bacolod (Insel Negros), ergießt sich der Himmel und sein Weinen endete erst, als wir am nächsten Morgen im Bus nach Dumaguete,in den Süden der Insel, weiterreisen. Wir treffen den Hamburger Jung Julian ... bereits seit 4 Monaten unterwegs. Ein besonderer Typ.



Die Bustour erinnert wieder an alte Reisezeiten. Man sieht mehr, Leute steigen ein und aus, keine Klimaanlage, die den Griff zur Fleecejacke nötigt. Reisfelder, Zuckerrohrfelder, Ananasernte allerdings sehen wir kaum Vögel.
Südlich von Dumaguete finden wir im Well Beach Resort ein nettes Plätzchen, um diesem Reisetag und Knuts Geburtstag beschaulich ausklingen zu lassen. Direkt vor dem Strand liegt die kleine Insel Apo Island, unter Tauchfreunden sehr bekannt und unser nächsten Reiseziel für die kommenden Tage.

7.7.2011 Apo Island

Nach einer angenehmen überfahrt checken wir im Sea View Room des Hotel Lyberties ein. Eine der schönsten Unterkünfte unserer Reisen überhaupt. Wir residieren wie in einer Burg, die an einem der Inselhügel labyrinthartig angebaut ist. Architektonisch ausgeklügelt. Die Wahl fällt natürlich auf das oberste Stockwerk mit Balkon und der spektakulärsten Aussicht der Apo Island mit Bergpanorama der Insel Negros im Hintergrund.

Wir wollen die Insel erkunden und sind bereits nach wenigen Metern begeistert. Das kleine Dorf neben dem Resort ist herzallerliebst. Wir fühlen uns gleich pudelwohl und sehr willkommen. Die Menschen leben hier einfach, doch beschaulich, scheinen glücklich und zufrieden. Es gehört bei Einigen zum täglichen Ritual miteinander in verschiedenen Häusern der direkten Nachbarschaft zu singen. Das klingt nach viel Zeit für die Gemeinschaft. Wir erleben nur freundliche Gesichter, ein lerneifriges Klima an der Apo-Hightschool, ziegen- und hühnerjagende Kinder in den Gässchen, gepflegte Gärtchen mit einfachen aber gemütlichen Hütten. Schrebergartenidylle, für uns Europäer aber vielleicht ein Hauch zu wenig Individualdistanz. Die Insel steht unter Schutz und die fälligen Tauchgebühren erhält die Dorfgemeinschaft auch teilweise für ihre Einrichtungen. Neben dem Fischfang wohl die finanzielle Haupteinnahmequelle.

An der Südspitze besteigen wir einen Felsen und genießen diesen besonderen Aussichtspunkt.



Da Apo Island für seine gut erhaltenen Korallen- und reichen Fischbestände bekannt ist, stehen die nächsten Tauchgänge an. Wir versuchen es mit der hauseigenen Tauchbasis, die nach unserem Gefühl nicht genügend Betreuung leistet. Zudem tauchen wir als Open Water zertifizierte Taucher mit anderen Gästen, die gleich mit 2 Tanks ins Wasser steigen. So ist klar,dass der Tauchmaster uns als Gruppe zwar zusammenhalten will, aber zwischendurch mit uns auftauchen muss, um das Boot heranzuwinken. Das haben wir so noch nie erlebt. Den zweiten Tauchgang machen wir dann doch besser mit 2 Divemastern, um die anderen nicht zu behindern und so auch mehr von der Unterwasserwelt mitzubekommen.

Beim nachmittäglichen Gang durch die kleine Gemeinde treffen wir Macmac, der uns mit Mario bekannt macht. Mario ist ein interessanter und intelligenter Kerl. Er war der erste von Apo stammende Taucher und Tauchlehrer. Wir erfahren viel über Veränderungen im Umgang mit Inselressourcen inklusive übergang zum intensiven Naturschutz. Das nachhaltige Fischfangverhalten (auch hier wurde früher mit Dynamit gefischt) beschert der Insel nun durch die unglaublichen Tauchgründe ein akzeptables Einkommen. Wir beschließen, die nächsten beiden Tauchgänge mit Mario und seinem Assisenten Macmac zu unternehmen. Das ist für uns genau das Richtige. Gutes Equipment, tolle individuelle Betreuung und biologische Kenntnisse. Wir treffen auf allen Tauchgängen unsere Freunde die Meeresschildkröten. Eine Hawksbill ließ sich sogar sitzend in den Korallen gerade von einem Haiputzerfisch reinigen. Als sie sich vielleicht leicht beobachtet von uns, für das Abtauchen in die Weite der Tiefe entscheidet, blicken wir ihr noch ein paar Augenblicke nach, während der Putzerfisch einen neuen Knabberspaß sucht und sich kurzfristig an Susan´s leckere Wadenhaut ranmacht. Er kann abgeschüttelt werden, ist aber nicht leicht davon zu überzeugen. Ohne jegliche Folgen, doch ein befremdliches Gefühl. Jetzt tauchen wir mit Longsuites - keine verlockende nackte Haut mehr. Außerdem sehen wir unsere ersten zwei Moränen (unter Wasser im Original), die in einen kleinen Revierkampf verwickelt sind. Seeschlangen, Skorpionfische, große Snapper, Grouper, Drückerfische, neonschillernde Schnecken, Rießenmuscheln u.u.u. ... normaler Wahnsinn hier. Große Schulen von Jackfischen stehen in der Strömung und für wenige Momente entsteht der Eindruck,im Schwarm mittendrin zu sein. Jede Menge unterschiedlicher, gesunder bunter Korallenformationen und die vielfältigstenen Arten der farbenprächtigen Riff-Fischchen lassen einen fast einstündigen Tauchgang gefühlt in Sekundenschnelle vergehen.



Am letzten Abend essen wir mit Mario und seiner Familie einen in Bananenblättern gegrillten und servierten Snapper und einen leckeren Grouper süß-sauer. Sehr geschmackvoll und alles mit den bloßen Händen. Die Gitarre wird gezückt und jeder spielt ein paar Liedchen. Ein Abend nach unserem Geschmack.



Mario hat übrigens auch drei schöne günstige Zimmer im Angebot. Empfehlenswert (falls man nicht in der Burg wohnen möchte...).


Siquijor - die Insel der alten Männer oder Insel der Heiler???

Von Apo Island geht es mit dem Auslegerboot über Dumaguete nach Siquijor ... die Insel der Heiler oder wie wir feststellen wohl eher die Insel der alten hellhäutigen Männer, die es sich hier an der Seite einer jüngeren philippinischen Begleitungen gut gehen lassen. Wir steigen im netten Coral Cay Resort mit tollem Restaurant ab, da es hier auch Verleih-Motorräder gibt. Die Insel bietet sich für eine Erkundung auf dem Zweirad regelrecht an. 72 km im Umfang und auch quer über das bergige Inselinnere spannt sich das Straßennetz. Auf der Insel herrscht quasi kaum Verkehr, so gestaltet sich die Rundfahrt extrem entspannt. Wir finden einige schöne Stellen.



Im "Hochland" der Insel (ca. 550m üNN) macht das Moped besonders Spaß, auch wenn wir maximal 60 km/h unterwegs sind. Es existiert tatsächlich ein Rest Regenwald rund um die höchste Erhebung. Ein toller Tag ... ein bequemer (nicht für den Sozius übrigens) ungefährlicher Mopedausflug auf einer teilweise tollen Strecke mit netten Ausblicken. Von den Magiern, Hexen, Schwarzen und Weißen Heilern leider nicht die Spur. Heute genießen wir einen Tag am Pool und nutzen die Zeit zum Lesen, zum Entspannen und um unseren Reisebericht abzurunden. Susan bucht auch mal wieder eine Massage. Jetzt ist mir jeder Knochen und Muskelverlauf und jede Knochenverbindung meines Daseins persönlich bekannt. Ich rieche wie ein Eukalyptusbonbon, mein Magen befindet sich auf seinem originalen Platz (keine Ahnung, dass er vorher falsch lag), mein Beckengürtel wird neu justiert, ansonsten alles Bestens. Eine äußerst intesive Massage im Grenzbereich zwischen Schmerz und Masochismus - wirklich gut. Also doch - die unverhoffte Heilbehandlung von Siquijor- Osteopathie lässt grüßen.

Aktuell befinden wir uns bereits in Bohol ... eine weitere traumhafte Insel der Philippinen.

Bis dahin Susi und Strolch

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