Über Sarawak und Brunei nach Sabah

Zuletzt berichteten wir von Knuts Geburtstag. Nach der nassen Rückfahrt mit dem Langboot nehmen wir Abschied von den Iban.
An der nächsten Bushaltestelle setzt uns Saiful ab und wir steigen in den Fernbus nach Sibu.
Weiter entlang einer aufgeschlitzten und geschundenen Landschaft. Palmölplantagen soweit das Auge reicht.
Geburtstagsessen beim Chinesen.
Auch hier finden wir wieder Haifischflossensuppe auf der Karte.
Wir können nicht verstehen, was die Chinesen an diesem Knorpel so lecker finden und wann das grausame Finning endlich international verboten wird.

Die Höhlen von Niah und weiterer Familienanschluß

Die großen Kalksteinhöhlen von Niah werden zum nächsten Ziel während der Fahrt in Richtung Miri auserkoren ...
Das Kalkmassiv thront über der Ebene.
Wir übernachten aber nicht im Nationalpark (überhöhte Preise für das Gebotene und kein Bier), sondern im kleinen Ort Bakut Niah und finden sogleich Anschluss im gegenüberliegenden Friendly Cafe ... der Dorfkneipe hier.
Der Chinesische Besitzer erkennt sofort, dass ein deutscher Mann bei 35 Grad ein, zwei Bier benötigt.
Ein lustiger Abend. Aber uns ruft bereits der Steilwandaufstieg und der Besuch der riesigen Höhlen am nächsten Morgen.
Nach knapp 1km führt im NP ein richtiger Urwaldtrail zu dem Aufstieg des Kalkmassivs ab. Viele dicke Baumriesen mit mächtigen Brettwurzeln säumen den Weg. Einiges Getier ist durch Huschen oder Rascheln zu bemerken, im dicken Grün des saftigem Pflanzengewirrs aber nicht genauer zu erkennen. Endlich ein Hauch von Borneo.
Nach 3,5 km ist dann der Aufstieg erreicht, welcher zu Beginn mit einer Holztreppe steil nach oben führt, dann aber in eine wahre Kletterpartie übergeht. Für die folgenden 300 Höhenmeter benötigen wir ca. weitere 50 Minuten ...
Wir klettern an Steinen, Wurzeln und wenigen Seilen empor, teilweise fast senkrecht über befestigte Leitern.
Oben angekommen beginnt ein heftiger kurzer Regen ... aber die Abkühlung kommt Knut gerade recht.

Fix und fertig bei 35 Grad Celsius Ein schöner Ausblick

Ein schöner Ausblick auf das Südchinesische Meer und das Kronendach des Waldes belohnt die Mühen und nach einer kurzen Rast geht es den nun gefährlich glitschigen Abhang wieder hinunter. Mit dem Gesicht zur Wand geneigt mit vollem Körpereinsatz … so wie wir hochkraxelten. Hangeln an allem, was die Natur an Halt zu bieten hat.
Kurzum anstrengender als mancher Vulkanaufstieg ... aber keine Pause, denn weitere 5,5 km liegen noch vor uns.
Unsere Wasserreserven gehen zur Neige. An den Niahcaves treffen wir hilfsbreite Hongkong-Chinesen (einer lebte in Hamburg und spricht sogar deutsch), die uns mit Wasser versorgen ... lebensrettend.

wassersepnder Der riesige Eingang

Wir geniessen mit einem belgisch-englischen Pärchen die Abendstimmung am gigantischen Höhleneingang, von den Tönen und Flugmanövern der ansässigen Schwalben (deren Nester für Suppen `geerntet` werden) und Fledermäusen umrahmt.
Erst in der späten Dämmerung machen wir uns auf den Rückweg zum Nationalpark Headquarter,
um die letzte Flussfähre noch zu erreichen.

Ein anstrengender Tag, der noch lange nicht zu Ende sein wird.
Zurück im Friendly Cafe werden wir sogleich vom Besitzer zum Steamboat-Essen eingeladen ... Familienanschluss inklusive.

Biertrunkene Runde

Wir lernen alle Brüder, Onkel, den Papa und Freunde kennen und jeder will mit dem Deutschen Bier auf ex trinken … nur gut, dass hier um Punkt 22 Uhr der Hammer fällt.
Knut hat sich wacker geschlagen ... total erledigt (vom Wandertag) geht es endlich unter die Dusche und ins Bettchen.
Der heutige Ritt wird uns noch die nächsten Tage in den Knochen stecken. Muskelkater überall.

Der Sultan und sein Brunei

Über Miri führt die Route ins Sultanant Brunei ... unkomplizierte Pass- und Zollabfertigung.
Nach wenigen km tauchen die ersten Ölpumpstationen auf (bekannt aus Dallas) ... und Raffinerien mit brennenden Abgasfackeln sind weithin zu sehen.
Es ist bereits dämmrig. Die beleuchtete Autobahn leitet uns in die überall mit buntigsten, grell
farbigen Lampen mehr als kitschig behängte Hauptstadt Bandar Seri Begawan.
Energiekosten sind hier kein Thema, der Liter Kraftstoff liegt um die von 20-30 Cent.
Überall springt uns der Konterfei des Sultans entgegen, in jeder Altersphase, mal in kaki, mal in ordenbesetzter weißer Uniform ... er muss sich selbst für ganz toll halten. Wie wir erfahren wird er in wenigen Tagen 66 Jahre alt. 14 Tage Feierlichkeit jedes Jahr.

Brunei

Im netten Brunei-Hotel finden wir eine entspannte, exklusive Bleibe und gehen heute mal zum Italiener essen.
Die große Moschee (Omar Ali Saifuddin) erstrahlt mit ihrer goldenen Kuppel im Flutlicht - das nächtliche Highlight in einer sonst scheinbar ausgestorbenen Stadt.

Brunei Mosc

Recht interessant ist der im Wasser auf Stelzen gebaute Kampung Ayer ... eine Gemeinschaft,
die seit Generationen nur dort leben möchte. Man freut sich über Besucher. Viele winken uns zu. Wir retten eine ins Wasser gefallene kleine Katze und besuchen das angenehme Schulgebäude. Einladende Gesichter.



Abgesehen vom Abfall unter den Pfahlbauten ein entspannter Gang durch das Venedig des Ostens. Kleine Einblicke in den Lebensalltag sind möglich. Eine Touristeninformation klärt über die Geschichte auf. Auch hier wird der so gütige Sultan mehr als notwendig in Szene gesetzt. Eigenlob stinkt.
Anschließend besuchen wir das sehenswerte Brunei Museum. Wir hätten es nicht geglaubt, aber die
Abteilung von Shell, der Geologie der Ölablagerungen und deren Gewinnung ist sehr interessant. Es sind zufällig auch Geologen vor Ort, die sich über uns Lernbegierige und Vielfrager freuen. Wissenszuwachs garantiert.
Ebenso sind viele Gegenstände (Keramiken, Textilien, Münzen, Werkzeuge, Waffen ...)
aus der muslimischen Geschichte (meist aus der Türkei, Syrien und dem Iran) teilweise aus dem 11. Jahrhundert zu bestaunen.
Tolle Sammlung.
Zurück im Hotel werden wir von einem kräftigen Regen dazu gezwungen im Selbigen zu essen ... kein Fehler.
Auch das Restaurant bietet leckeres Essen und ist nicht überteuert.

Da wir bislang die Moschee noch nicht besuchen konnten, werden schnell die Flüge nach Kota Kinabalu im Internet gebucht ... so haben wir am nächsten Morgen noch genügend Zeit zur Besichtigung.
Die Moschee ist außerhalb der Gebetszeiten zu besuchen aber im Innenbereich kein Highlight
(Geschmack lässt sich halt doch nicht immer so einfach mit Geld erkaufen) wie es Stefan Loose in seinem Reiseführer anpreist.
Der Außenbereich um die Moschee ist mit einigen Wasserbecken nett gestaltet.

Und dann doch noch nach Sabah

Der 35 minütige Flug nach Kota Kinabalu, der Hauptstadt Sabah´s, kurz KK genannt, wird diesmal am Fensterplatz genossen.
:-) die Reiseleitung wird besser!
Der Blick auf die Küste wird frei. Die Insel Labuan, die Insel Tiga, ihre Schwesterinsel der Schlangen- ihre Umrisse ziehen im Kartenformat an uns vorbei.
Da wir uns mehrere Hotelvariationen offen halten wollen und der Taxitripp für 30 Ringit (8 EUR) nur einen Stopp beinhaltet, entschließen wir mal wieder wie früher dem `Nepp´ zu entgehen und verlassen mit den Rucksäcken auf dem Rücken das Flughafengelände.
Am Highway hält sogleich ein Minibuss und nimmt uns bis zum ersten Busbahnhof mit ... danach ins Taxi zum Hotel doch dieses ist ausgebucht. Mit schwerem Gepäck geht es nach einem kurzen Telefonat durch KK per pedes weiter ... geschafft.
Das D´Borneo bietet ein sauberes Zimmer mit WLan ... alles bestens.
Nach einem Abstecher im Philippino Market und der Waterfront mit allerlei netten Kneipen essen wir heute Seafood satt im Seri Selera ... die Meerestiere sind in Wasserbecken zu bestaunen. Es gibt sogar Pfeilschwanzkrebse, lebende Fossilien.
Diese haben wir noch nie im Original gesehen.
Leckeres Essen, wenn auch mit einem etwas komischen Gefühl mit all dem Getier in Sichtweite genießen wir Red Snapper und Herzmuscheln.

KK hat einige große Shopping Malls ... so schlendern wir und schauen uns das Angebot in Ruhe an.
Bei Traverse Tours buchen wir für den übernächsten Tag unseren Island Escape auf die Insel Manatani. Hier grasten vor ein paar Jahren noch Seekühe. Die letzte Sichtung war allerdings 2008. Vermutlich ist zu heute wenig Seegras für ihr Überleben vorhanden.

Gegenüber von KK liegen mehrere Inseln und heute sieht es nach einem sehr sonnigen Tag aus.
Wir entschließen uns für die Insel Sapi und finden nach einem kleinen Marsch auch unseren kleinen abgeschiedenen Beach … leider werden auch hier viele Plastikabfälle angeschwemmt. Wer das ausblenden kann, findet einen netten Platz vor.
In unserer Zweisamkeit werden nur von einem Waran gestört, der durchs Unterholz steigt. Lesen - Badewanne - Lesen.



Am Anleger ist das Gruppenreiseverhalten chinesicher Gäste zu inhalieren und für uns nur schwer
nachvollziehbar, immer in der Meute und unendliches Geschnatter.

Morgen geht es dann also zum Eiland Mantanani Island ...

Mantanani ohne Manaties

7.15 Uhr werden wir im Hotel abgeholt und machen uns auf den etwa 2-stündigen Landweg in Richtung Nordosten.
Der Mount Kinabalo gibt für kurze Zeit den Blick auf den zerklüfteten Gipfel frei.
Die 40 minütige Überfahrt wird feucht. Das Inselwetter dagegen zeigt sich nur leichter bewölkt. Bestens. Direkte Sonneneinstrahlung ist eh kaum zu ertragen.
Die walmdachartig gedeckten Holzhütten auf Stelzen sind urgemütlich und mit einem open air Bad erweitert.

 

Der Toilettengang kann dann auch mal von oben feucht werden. Wir haben Beachfront. Während ich gerade schreibe(Susan), sitze ich unten im Terrassenbereich des Häuschens mit Blick auf das türkis schimmernde Meer und den Sandstrand. Kesuarinen (tropentypische
Nadelbäume), grasende Kühe, Zikaden zirpen ... und ein Boot tuckert in der Ferne.
Mit kurzen Erkundungen und Besuchen der ansässigen Dorfgemeinschaften, Relaxen und Lesen verbringen wir den Nachmittag.
Der erste Tauchgang wird für morgen früh abgeklärt.
Gemüsesuppe, gebratene Scampi und ein gut trinkbarer französischer Wein zum Abendessen, das leidende Geschöpf erfreut sich.

Ein Tauchgang am morgen vertreibt die Müdigkeit aus allen Gliedern. Stachelrochen, Orang-Utan-Krabben und ein Kopffüßler sowie viel Kleinstgetier (ein Makrodive wie der Taucher sagt) erwarten uns.
Zu zweit mit Divemaster Henri ... 51 Minuten sehr relaxt. Kristallklares warmes Wasser und gute Sicht.

Der Tag verläuft weiterhin recht entspannt. Lesen, planschen im Meer, relaxen ... nachdenken über Sinn und Unsinn, wie wir die restliche Zeit des Lebens verbringen sollten,  von einem Hunger unterbrochen ...  Seafood was sonst … und wie heißt er nochmal dieser Limettendrink ?
Selbst mitgebrachter Rum, Limetten, Zucker und Eis ergeben ... Caipirinha, genau!

Wie es uns auf Mantanani weiter ergeht ist, der geneigte Leser ahnt es bereits, da nun die letzten Zeilen kommen:
Im nächsten Bericht gibt es mehr!

Liebe Grüße
Susan und Knut

  

 

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