Sabah

Anmerkung: Fotos zu diesem Bericht werden nachgereicht.

Mantanani Island

Wir genießen unseren Aufenthalt auf Mantanani Island ... Volleyball spielen, Vögel beobachten, schnorcheln, spazieren, sonnen, lesen - schwerer Inselalltag eben.
Vorsicht Sandfliegenattacke und böses Jucken.

Der tiefrote Sonnenuntergang mit kreisenden Fregattvögeln leitet in die schöne Phase der Dämmerung über.
Beim Tauchen lernen wir nette Schweizer kennen: Grundschullehrer Benjamin und seinen Bruder. Er unterrichtet zur Zeit in Singapur.
Nach dem Dinner taut die Crew langsam auf ... die Stimmung steigt bei Gitarrenklängen. Knut bringt auch seinen Anteil ... man kommt sich näher. Die mitgebrachten Limetten ergeben auch mit dem hiesigen Golden Ice (keine Ahnung welches Destillat) eine leckere Mischung.
Der Abend verläuft unterhaltsam ... wiedermal feucht-fröhliche VölkerVerständigung mit malaiischen und englischen Texten.
Die Lichter gehen erst spät, eigentlich am nächsten Morgen aus.

Nach den drei Nächten verabschieden wir uns vom Mari Mari- Backpackerlodge-Team und auch von den Schweizer Jungs ... schee war`s.
Der Mount Kinabalu und die umgebene Bergregion sind fast wolkenfrei und thronen auf dem gegenüberliegendem Ufer. Eine starke
Dünung beschert uns eine heftige Rückfahrt zum Festland. Übelkeit inclusive.
Eine letzte Nacht in dem doch recht angenehmen Kota Kinabalu.

Durchs Landesinnere

Mit einem Mietwagen geht es heute Richtung Gunung Kinabalu, dem höchsten Berg Südostasiens. Wir wählen die Strecke über Tabunan in Richtung Ranau. Dabei streifen wir den Crocker-Range-Nationalpark. Ein kurviger Streckenverlauf auf der eher weniger
befahren Straße führt über einen Pass, der auf etwa 1800m üNN liegt. Die Temperatur sinkt merklich ab und bei Susan macht sich leichtes Frösteln breit. Viele Ausblicke auf bewaldete Bergrücken sind möglich.
Natürlich sind auch hier die menschliche Einwirkungen nicht zu übersehen, aber es ist deutlich mehr Sekundärwald vorhanden. Insgesamt wirkt die Natur in Sabah nicht so ganz abgewirtschaftet wie in großen Teilen Sarawaks. Leider nur in der Bergregion! Das dicke Ende kommt leider wieder...

Am Maraw - Wasserfall legen wir eine Rast mit Mittagessen ein. Ein kurzer Trail vorbei an verschiedenen dicken, alten ua. auch Flügelfruchtbäumen mit ihren Brettwurzeln macht Lust auf mehr. Der alter Kadazan (ethnische Gruppierung), Leiter des netten Resorts vor dem Parkeingang erzählt uns einiges über sich und alte Zeiten. Er zeigt uns auch Gewürzpflanzen, ua.aus der Familie des Ingwers.
Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten, aber wir wollen doch noch etwas weiter.
Es ist bereits dunkel und es regnet aus Kannen, als wir in der Kinabalu-View-Lodge absteigen. Absteige im wahrsten Sinne - aber immerhin ein Bett und ein mäßiges Essen. Wir sind neben vielen Nachtfaltern die einzigen Gäste.
Die Köche werden für uns telefonisch noch geordert.

19.07.2012 Susan´s 44.Geburtstag - Mount Kinabalu

Mein Mann hat es sich zur Gewohnheit gemacht, mir soweit möglich, immer einen Berg zu schenken, den ich dann aber meist wolkenverhangen nicht zu Gesicht bekomme :-).(Erinnerungen an den Arenal in Costa Rica) Auch der Kinabalu zickt.

Kurz sind Bereiche des Gipfels zu sehen. Das war´s dann.
Am Headquarter des Nationalparks angekommen regnet, gießt, nieselt, sprüht oder tropft es unaufhörlich. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung wie Biologen zu sagen pflegen. Mit Goretexjacken erkunden wir einige Trails und den Botanischen Lehrpfad. Die Besteigung des Viertausenders steht nicht zur Diskussion. Lange Anmeldezeiten und auch sonst
so einiges, das neben dem Wetter dagegen spricht.
Poring und seine heißen Quellen liegen wenige Kilometer entfernt am anderen Parkeingang des Kinabalu. Wir schwingen uns in unseren Proton und düsen hinüber. Die Wetterlage ist hier meist besser und wir schaffen den Canopy-walkway zur besten Vogelbeobachtungszeit.
Trotzdem ist die Ausbeute mager. Wir können allerdings ein riesiges Baumhörnchen mit extrem
langem, gestreiften Schwanz beobachten. Zum Baden bleibt keine Zeit, aber wir haben auch schon leckerere Becken gesehen.

Spontan (wie eigentlich immer) folgen wir dem Schild

ECO- LODGE und landen auf einem ranchartigem Gelände und man hat für uns auch eine nette Bleibe. Weitere Gäste sind eine Schülergruppe und ihre Lehrer, die auf dem weitläufigen Terrain zelten.
Es wird lecker gekocht. Rindfleisch in Kokos.
Nach unserem Abendessen stellen wir fest, dass es bei den Schülern noch Unterricht gibt. Dieser zieht sich mit Gesängen aber auch schriftlichen Aufgaben bis nach 22.00Uhr und startet am folgenden Morgen bereits wieder vor unserem Aufstehen.
Wir können es in unserem Zimmer akustisch fast live verfolgen. Viel frontal, gemeinsam im Chor, aber es herrscht eine gutes Lernklima bei diesen 10-12 Jährigen. Erstaunlich bei diesen Uhrzeiten. Der Unterrichtsstil wirkt etwas antiquiert.

Sepilok - Orang Utan Rehabilitationscentre

Weiter geht es in Richtung Ostküste ... Sepilok mit dem Orang Utan Rahabilitations Centre ist unser nächstes Ziel.
Und wiederPalmöl und Palmölfabriken so bald wir das Bergland hinter uns lassen. Gefühlt unendlich.
Mit dem Auto gestaltet sich die Suche nach einer netten Bleibe etwas einfacher, da wir im Voraus nichts gebucht haben ... das ist in Borneo relativ unüblich und schwierig, da hier normalerweise alles mit Reisebüros abläuft.
Die Sepilok Jungle Lodge gefällt uns vom Preisleistungsverhältnis mit Pool am besten ... an demselben sehen wir so nebenbei unsere ersten Hornbills ...  den Rhinozeros- und mehrere Oriental Hornbill ... fängt gut an.
Sie rudern mit lautem Gekrakel fast flugdinosaurierartig durch die Lüfte und landen direkt auf den hohen Bäumen in unserer Nähe. Mit Fernglas und "Birds of Borneo" ist die Bestimmung ein Kinderspiel.

Wir organisieren unseren Trip für die nächsten Tage zum Kinabatangan River und treffen dann im Forest Research Center unseren Schweizer Benjamin aus Mantanani wieder ... klein ist die Welt.
In Sepilok erscheinen zur Fütterungszeit ebenfalls drei Orang Utans. Diesmal weniger beeindruckend, da sie sich nicht auf Bäumen nähern, sondern über Seile angehangelt kommen. Aber toll, dass sich Menschen um diese Waldmenschen (Übersetzung für Orang Utan) kümmern.

Kinabatangan River

Das Kinabatangan Jungle Camp wid von Robert Chung geführt ... einem Vogelfreak.
Wir freuen uns auf mehrere Bootstouren am frühen Morgen, auch Dämmerungs- und Nachtfahrten und beobachten die Borneo Pyghmy Elefanten, ca. 20 Vogelarten (weitere Hornbills, mehrere Adler und Fischadlerarten, Eulen, Webervögelartige, Störche, Reiher, Schlangenhalsvögel, Eisvögel ...), die endemischen Nasenaffen, Silberlanguren, Makaken, Bartschweine, Krokodile, Warane, diverse Eichhörnchen, darunter auch ein Pygmhy-Hörnchen ... einiges direkt vor unserer Veranda.
Da schlägt das Biologenherz höher.

Zwei Übernachtungen reichen aus, der Hintern ist leicht angeschlagen ... als nächstes Ziel wird das
Tabin Wildlife Centre gewählt.

Tabin Wildlife Centre

Ursprünglich wollten wir ins Maliau Basin, aber die Anreise war uns dann zu umständlich. Tabin klingt außerdem in Bezug auf Tierbeobachtungen vielversprechender.
 
Der erste Tag in Tabin verläuft wie erwartet. Weitere neue Arten ... wir sehen den 5. von acht Hornbillarten, Elefanten, erleben einen Makakenangriff im Wald, sehen fliegende Hörnchen und deutlich ihre Flughäute, zwei weitere Eulenarten, Mousedeer (Zwerghirsche), Greyleaf-Languren, Borneo-Gibbons (endemisch), eine weitere Adlerart ... wir sind begeistert.

Weitere Sichtungen der nächsten Tage meist per Jeep auf Safari: Zweifache Sichtung freilebender Orang Utans (einer schläft noch relaxt in seinem Blätterbettchen während wir auf die Morgenpirsch gehen), Fliegende Füchse, eine Zibetkatze, eine Palmkatze, mehrfach eine große Gruppe von Elefanten, die 6. Hornbillart und vieles andere schöne Federvieh.

Tabin liegt direkt an der Grenze zu einer Palmölplantage. Diese Kombination scheint zur Tierbeobachtung recht gelungen. Exakt an dieser Grenze verläuft die Zufahrtspiste. Da sich viele Tiere auch an den Früchten der Plantage gütlich halten (Restaurantbesuch), ist die Wahrscheinlichkeit hoch in diesem Korridor Tiere zu sichten, die zum Futtern mal den sicheren Wald verlassen um anschießend wieder in ihm unterzutauchen.
Wir besuchen einen Schlammhügel vulkanischen Ursprungs, welcher aufgrund des Salzgehaltes ebenfalls von Tieren aufgesucht wird. Ein Bad am Wasserfall liefert kurzfristig Abkühlung.
Bei der Weiterfahrt ins Innere des Wildlife Centers können wir den noch vorhanden primären Regenwald aus relativer Nähe mit seinen Baumkronen sehen ... beim Versuch dorthin tiefer vorzudringen endet der Weg jedoch jäh.

Viele Blutegel bevölkern unsere Stiefel und einige Mitreisende werden heute unfreiwilige Blutspender ... man darf ihnen eben keine Zeit zum Ansaugen lassen. Ein beherzter Zugriff ist von Nöten. Es handelt aber um eine eher harmlosere Art. Endlich Borneo.
Lesetipp: Zwei Engländer in den 80-zigern - "Ins Innere Von Borneo" von Redmond O´Hanlon. Mit vielen geschichtlichen Informationen übrigens und auch zum Schmunzeln, Lernen und Nachdenken. Toller Reisebegleiter.

Semporna - In der Sulusee

Nach soviel Grün und Getier zieht es uns in den Südosten Sabah´s nach Semporna. Der Ausgangspunkt in die herrliche Inselwelt der Sulusee. Früher Entführung inclusive, heute mit Polizei und Militärpräsenz wieder gut zu bereisen.
Ein Tagestrip auf die Insel Sibuan zum Beachen und Schnorcheln bringt uns in die richtige Stimmung die nächsten Tage in einem wunderschönen, ja eigentlich Südseeparadies zu verbringen.

Pom Pom Island nimmt uns gediegen auf ... ein wunderbares Resort, inklusive angestellter junger Meeresbiologin.
Melissa engagiert sich für den Wiederaufbau des durch Dynamitfischerei fast komplett zerstörten Hausriffes.
Ebenfalls gibt es nächtliche Schildkrötenpatroullien nebst eigenem Nistgehege ... das gefällt uns als
Umweltaktivisten mit eigenem Schildkrötenschutzprojekt und Verein (www.msv-nicaragua.de) natürlich besonders.
Auch im Wasser und beim Tauchen sehen wir hier ungewöhnlich viele große Schildies. Grüne Suppenschildkröten und Hawksbill
tummeln sich in den flachen Wassern rund um das Atoll.
Die Tauchbasis plant außerdem stärker biologisch orientierte Tauchgänge anzubieten. Wir werden natürlich, wie nicht anders zu erwarten, die ersten Probanten.
Die sich anschließende Evaluation ist selbstverständlich. Wie gestaltet man Vor- und Nachbesprechung, mit welchen Materialien ? und und und - Schule lässt grüßen.
Knut lässt sich vom deutschen Divemanager Andreas zur Advanced Diver Ausbildung "überreden", während Susan mal ganz weibisch den Spa - Bereich erkundet.
Die morgendlichen Yogakurse machen sich am gesamten, gefühlt schlaffen, Körper bemerkbar.
Steambad, Kokosnusskörperpeeling und eine Mixtur asiatischer Massagetechniken ergeben einen entspannenden Cocktail.
Wir genießen den Aufenthalt sehr. Die perfekte Inselromantik mit schneeweißen Stränden und unserer idyllisch gelegenen Gartenvilla.
Da sich das Resort, unter der Leitung der Italienerin Carla, viel Ökologisches auf die Fahnen geschrieben hat, gibt es auch Beachcleaning. Einzige Teilnehmerin der Gäste außer einigen Angestellten, die dann wohl oder übel mit müssen: Susan :-) .
Eine Stunde ohne Stromverbrauch - die Earthhour (31.7) - lässt das Abendessen zum Kerzenscheindinner werden.
Ein fast vollerMond gibt erstaunlich viel Licht bei dem nächtlichen Strandspaziergang. Fliegende Füchse werfen ihre Schatten.
Eine Schildkrötenmamma taucht zur Eiablage am Ende des Resortstrandes auf. Immer wieder ein Erlebnis.
Alles hat sein Ende. Abschied von Pom Pom, Andreas, Melissa, Carla und Diveinstructor Maison und vielen anderen netten
Angestellten.
Sipadan- wir kommen.

Liebe Grüße
Susan und Knut

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