15.Juli 2013: Grenzfahrt Nicaragua - Honduras
Nun heißt es Abschied nehmen ... unser kleiner Mietwagen muss in Nicaragua bleiben.
Da die Station von Budget erst um 8 Uhr öffnet, verpassen wird den Expressbus nach Honduras und entschließen uns weiter südlich die Grenze zu überqueren (per Anhalter, da wir wir scheinbar an der falschen Stelle stehen, nimmt uns kein Bus mit) ... ohne großen Aufenthalt und Stress gelangen wir von El Espino nach Honduras.
Ein Minibus wartet bereits und der kleine Ort San Marco de Colon lädt zur Rast ein und Lust auf einen Cafe kommt auf.
Nach einer kleinen Runde um den Parque Central finden wir am Busbahnhof auch ein Cafe Exclusivo und Susan bestellt einen Kaffee con Leche. Nach 45 Minuten Wartezeit, mehrmaliger Nachfrage und einem kurzen Blick in die Küche, der Kaffeeautomat ist noch ausgeschaltet, entschließen wir uns dann doch zur Weiterfahrt mit dem Chickenbus (da er überall anhält, wo ein Huhn am Wegesrand steht).
Die Fahrt gestaltet sich spektakulär.
Immer wieder eröffnen sich Blicke in wunderschöne Täler, Bergpanoramen und allerlei Interessantem am Wegesrand.
 
Choculteca
In Choluteca finden wir eine Unterkunft außerhalb der Stadt, ziemlich verlassen die Anlage, aber mit Pool und Internet.
Die abendliche Fahrt ins Centro mit der weißen Kathedrale und Innenstadt überrascht.
Einerseits ist der alte Stadtkern schöner als erwartet und zum anderen scheint um 19 Uhr kein Mensch auf den Straßen zu sein.
Alles tummelt sich außerhalb des Stadtkerns in dem satelitartigen modernen Zentrum ... immerhin finden wir am Hauptplatz das nette Restaurant Acuarium (empfehlenswert) mit leckerem Fisch.
Wir entschließen uns einen Ruhetag einzulegen. Abends finden wir im El Torito leckeres Rinderfilet satt.
Das riesige Stück Fleisch hängt über den Tellerrand ... nicht zu bewältigen. Sehr geschmackvoll.
 
Tegucigalpa 900NN
Wieder eine panoramareiche Fahrt. Sie endet in der, in einem schönen Tal gelegenen zweitgrößten Stadt, der Hauptstadt Honduras.
Der Bus entläßt uns direkt am größten Markt des gesamten Landes.
Durch die Gassen zwängen wir uns ca. 15 Minuten mit dem Taxi, bis wir die überraschend angenehme Altstadt erreichen. Diesen Marktbesuch haben wir hiermit auch erledigt. Für Europäer ein einziges großes Chaos. Fast jeder uns an der Strasse ersichtliche Stand bietet die sich immer wiederholenden Produkte an (Reis, Bohnen, Schuhe, Werkzeug, Gürtel, Plastikkram, Washmittel).
Im MacArthur, einem netten Hotel, kommen wir unter ... und werden um 6 Uhr morgens von der Musikschule geweckt.
Klarinettentöne um diese Uhrzeit werden allgemeinhin überbewertet.
Es wird oft vor Kriminalität in dieser Stadt gewarnt, aber wir bleiben verschont.
Beim Schlendern stellen wir fest, dass im Kunstmuseum gerade eine Miro-Austellung angeboten wird.
Tolle Bilder. Auch das integrierte Kino mit einem interessanten Film über die Mayaruinen von Copan nehmen wir mit. Ein fitter Museumsangestellter hat außerdem viel zu berichten. Plus minus unser Alter, sehr sympatisch und gut gebildet.
Der ruhige Parque da Leona liegt etwas oberhalb und bietet einen tollen Blick über die Stadt. Gerade zur Abenddämmerung, wenn die Lichter der Millionen angehen, zu empfehlen. Ein Platz der Verliebten.
Der Weg zum Abendessen zu Fuß lässt uns den Zentraplatz mit der großen Kirche wieder verändert wahrnehmen. Ein Taxi bringt uns sicher ins Hotel zurück. Man muss nie alles riskieren.
Am nächsten Morgen erkunden wir noch das Nationalmusem, den ehemaligen Präsidentenpalast inkl. einem Ylang - Ylang Baum im Innenhof. Nach dem Besuch der Kirche der ärmeren Mestizen (viel lieblicher übrigens als die Kathedrale des Zentralplatzes der Reichen) machen wir uns auf den Weg in Richtung Norden.
 
Lago Yojoa
Unser nächstes Ziel ist der fast 700m hoch gelegene Lago Yojoa, der größte natürliche des See des Landes.
Besonders die Vogelwelt soll hier noch recht vielfältig sein.
Daher nächtigen wir in der D&D Brewery and Hotel.
Hier gibt es nicht nur lecker Bier aus allen möglichen lokalen Früchten, sondern auch der etwas merkwürdige Vogelkenner Malcom (Gandalf-Style), ein schräger Engländer, bietet hier seine Touren an.
Die am See gelegenen Ruinen einer Prä-Mayakultur kann man sich eigentlich sparen, denn außer Hügeln sieht man leider nicht viel. Aber manchmal zählt eben nur der Gedanke an die Zeit vor über 2000 Jahren.
Interessanter ist da schon die umliegende Natur und die zum Park gehörenden Beobachtungsstege zum Schwemmgebiet des Sees. Hier können wir bereits erste Vogelbeobachtungen selbst durchführen.
Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Malcolm um 5.30 Uhr zum Birdwatchen.
Nach einem Kaffee in seinem Haus geht es entlang eines Kanals, der zum See führt.
Mit dem Ruderboot, Ferngläsern, Wasserflaschen und Bestimmungsbuch bewaffnet, sind wir die nächsten 4 Stunden unterwegs (und Fernando, dem Ruderer).
Tiger-Heron, Silberreiher, Least Bittern (zweitkleinster Reiher der Welt), Schneckenweihen, Keel Billed Toucan, Green Heron, Osprey (Fischadler), Limpkin, Haubentaucher, Jacanas und anderen Rallenartigen, verschiedene Entenarten, Flycatcher, Papageien, Ringed Kingfisher, Motmots .... sowie einen frechen Fischotter, eine Boa Constrictor und kleine Fledermäuse.
Ein toller Trip - empfehlenswert.
 
Copan
Relativ tranquilo reisen wir nach einer weiteren Lago-Nacht (diesmal im El Cortijio del Lago, direkt am See, Zimmer mit Seeblick natürlich) zu den Copan Ruinas.
Nach dem sechsten Buswechsel kommen wir am Zentralplatz an und fühlen uns hier sofort mehr als wohl.
Ein ruhiges Städtchen, nette Menschen.
Im Plaza Magdalena finden wir ein Hotel mit Pool und kleinem Küchenbereich, Kühlschrank usw. zum fairen Preis-/Leistungsverhältnis.
Ruinen wir kommen - wie immer dann mehr im nächsten Bericht.
 
Hasta luego
Susan und Knut
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