Dieser erste Bericht betrifft den ersten Teil unserer Reise und liegt in komplett in Nicaragua.


5. Juli 2013 (FRA-Managua).
Unser Flug mit Iberia geht diesmal nicht über die USA, sondern via Madrid und San Jose nach Managua.
Anmerkung/Tipp: Somit umgeht man den kompletten Stress der amerikanischen Behörden (inkl. Fingerabdruck, Iris-scan und Nacktscanner).
Unser Fahrdienst verschläft, aber wir sind mehr als rechtzeitig am Terminal.
Un Aqua ... dos Euro mit Iberia Express.
Das Teilstück nach San José werden wir von weniger freundlichem Personal begleitet ... dieser Teil zieht sich.
Es werden nach der dritten Landung insgesamt über 17 Stunden bis zum Hotel-Pool des Las Mercedes am Aeroporto.
Wir sind kaputt und gehen früh (20:00 - 4:00 Uhr in Deutschland) ins Bettchen und schlafen erstmal den Jetlag weg.
 
Las Penitas
Unser kleiner Mietwagen wartet schon am nächsten Morgen und wir sind auf dem Weg nach Las Penitas, einem kleinen Fischerdorf südlich von Leon. Ein kurzer Stopp am Zentralplatz in Leon und einem Capuccino in "unserem" Cafe lassen Erinnerungen wach werden. Vor vier Jahren haben wir in Las Penitas den Fischer Antonio und Max den Weltenbummler kennengelernt und treffen sie im Roccas (Hotel/Bar) einer netten Unterkunft am Beach wieder.
Antonio ist uns damals bei einer Tour durch die Mangroven sehr positiv in Erinnerung geblieben und er freut sich sehr über ein Present ... ein Bestimmungsbuch mit vielen Vogelarten, die u.a. auch dort im Naionalpark vorkommen.
Nach einer entspannten Nacht im Baumhaus der Bar d´oro (Hotel/Restaurent) mit Kalk-Öko-Toilette und einem morgendlichen Spaziergang am Pazifik (endlich wieder hier...) freuen wir uns schon auf unseren Freund Dennis mit dem wir gemeinsam unser Meeresschildkrötenschutzprojekt in Nicaragua betreiben (weitere Infos hier: www.msv-nicaragua.de).
 
Jiquillilo - Mechapa:
Die nächsten Tage schlüpfen wir im Rancho Tranquilo in Jiquillilo unter. Danach geht es zum Redwood Beach Resort ans Ende der Welt, um die beginnende Nistsaison zu planen. Dennis wird dieses Jahr dort ein zweites Nistgehege errichten, um mehr Schildkrötenbabies retten zu können.
Wir erleben ein herzliches Willkommen bei den vielen alten Bekannten Tina, Isabelle, Mami, Arturo, Mike, Stacy, Jesus, Ramon........ es gibt aber auch einige neue Gesichter z.B. Lilli eine 7 Monate alte Olive Ridley Meeresschildkröte und Amber eine wenig ältere Echte Karettschildkröte in ihren Wasserschüsseln.
Lilli kam in unserer Hatchery zur Welt und kann mit einem "Hinterbein" nicht richtig manövrieren. Ein unglaublicher Anblick, wie sie so in ihren eher kleinen Gefäßen paddeln. Erstaunlich wie schnell sie doch wachsen.
Dennis tolles neues Haus ist ein idealer Platz für sie aber auch für unser gemeinsames Grillen und die vielen Gespräche rund um das Turtle-Projekt.
Ich (Susan) lerne Bob kennen, ebenfalls ein US-Amerikaner, der unser Projekt vor Ort unterstützen wird. Zwischen Bratwurst aus dem Bavariastore, Salat mit Knuts Dressing und Tomaten mit hiesigem Mozzarella reifen Ideen.

Übrigens werden die beiden Meeresschildkröten bald in ihr ureigenes großes Reich entlassen. Dennis will die Entwicklung nur bis zu einem Jahr beobachten. Die Aufzucht bis zu diesem Alter ist wissenschaftlich eher umstritten und wahrscheinlich auch für eine größere Anzahl kaum leistbar.
Die Sonne geht gerade so allmählich unter, der Paziflik zeigt seine Kräfte mit weiß schäumenden Wellenkämmen. Eine Brise warmen Windes umhuellt mich, während ich schreibe. So kann man sich das Leben wirklich gefallen lassen.

Bei Mike und Stacy (Redwood Beach Resort) werden wir mit leckeren Fischspeisen verköstigt. Wir unternehmen einen kurzen Ausflug zu einer Finca, die unter anderem Reis und Erdnüsse anbaut. Die Besitzer sind Freunde der Amerikaner und ein Ausritt mit den Pferden ins Schwemmland zeigt uns eine tolle Landschaft, die etwa 7 Monate pro Jahr im Wasser versinkt. Viele Vögel finden hier ihr Zuhause.

Die Pferde müssen schwer kämpfen, wenn sie uns durch das Wasser schleppen. An der tiefsten Stelle sind wir bis zum Bauch im Mangrovenwasser und die Pferde schwimmen mit uns auf ihrem Rücken. Ein befremdlicher Moment. Wir sind sehr froh, als die Tiere wieder festen Boden unter ihren Hufen fühlen (Knut: Ich fand es klasse).
Doch nach einer Woche intensiver Gesprächen und Planung können wir mit einem guten Gefühl weiter ziehen.
Uns rufen die Berge Nicaraguas ...
Zuerst durchbrechen wir den Ring of Fire ... die Vulkankette Nicaraguas, um weiter in den hügeligen Norden vorzudringen.
 
Matagalpa - Esteli:
In Matagalpa machen wir unseren ersten Stop und Knut ist überrascht, wie angenehm sich das Städtchen anbietet.
Als ich im Oktober hier durchkam, erschien es mir wie ein heisser Brutkessel inmitten hektischen Treibens.
Die nächsten Tage erkunden wir die wunderschöne Umgebung. Im Selva Negra, einem von deutschen Migranten erschlossener privater Park mit diversen Übernachtungsmöglichkeiten, erwandern wir diverse Routen ... empfehlenswert.
Den hier lebenden Quetzal haben wir nicht angetroffen, dafür sind uns Brüllaffen, Pacas und Colibris begegnet.
Zum Abschluß in Nicaragua besuchen wir Esteli für eine Nacht und verbringen einen netten Abend im Cafe Luz mit Gitarrenklängen.
Wie es in Honduras weitergeht? Wir wissen es noch nicht ... der geneigte Leser muss warten :-)
 
Liebe grüße
Susi und Strolch

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